Vespa – Italien

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Italien (Adria runter, Riviera hoch, 5.130 km im Juni 2023)

(Streckenverlauf: Havelberg, Trebgast, Brixlegg, Bozen, Trento, Bassano del Grappa, Padova, Ravenna, Rimini, Ancona, Pescara, Termoli, Gargano/Peschici, Manfredonia, Trani, Bari, Monopoli, Ostuni, Alberobello, Matera, Altamura, Taranto, Metaponto, Brienza, Paestum, Salerno, Amalf/K├╝ste, Neapel, Terni, Orvieto, Castiglione del Lago/Lago Trasimeno, Pianoro/Bologna, Ferrara, Vicenza, Feltre, Belluno, Cortina d┬┤Ampezzo, Toblach, Kitzb├╝hl, Waidring, Weiden, Bitterfeld, …)

Unser erstes ├ťbernachtungsziel war Trebgast in Franken. Dort gab es fr├Ąnkisches Bier und fr├Ąnkische Kost, die uns zusagte. Nach dem „fr├Ąnkischen“ Fr├╝hst├╝ck mit Eiern, viel deftiger Wurst und deutschem Filterkaffee, ging es erst einmal zur n├Ąchsten Tankstelle. Anschlie├čend fuhren wir, um schnell voran zu kommen, auf der Autobahn bis W├Ârgl/├ľsterreich, unserer 2. Station. Dort bot man uns allerdings nur Zimmer zu „Wucherpreisen“ und mit der Toilette auf dem Flur an, sodass es, trotz Nieselregen noch ein St├╝ck weiter, bis nach Brixlegg ging. Das dortige Hotel „Gasthof Herrnhaus“ (tolle Zimmer, ausgezeichnetes Restaurant) ist voll zu empfehlen.

Bei morgentlichem Sonnenschein, fuhren wir dann auf der Bundesstra├če bis Trento, ├╝ber Bassano del Grappa durch die Alpen und fanden in Padova ein sch├Ânes B & B, wo man uns staunend empfing. Die netten Gastgeber wollten uns nicht glauben, dass wir mit den Vespas und Gep├Ąck aus Berlin angereist waren. Am 3. Tag fuhren wir in Richtung Adria. ├ťber Chioggia, Comaccio, Ravenna, Cervia, kamen wir durch┬á riesige Gem├╝seanbaugebiete im Hinterland der Lidos, wo gerade gro├če Mengen Knoblauch geerntet wurden.

Katrin + Wolfgang

Mein ausdr├╝cklicher Wunsch Rimini zu besuchen (Geburtsort des ital. Regisseurs Federico Fellini), lies sich realisieren. Diesen, in den 60er/70er Jahren so ber├╝hmten Badeort, hatte ich mir viel ├╝berf├╝llter und schrecklicher vorgestellt.

Am Abend endeckte ich rechts der Bundesstra├če SS16, eine riesige Klosteranlage. Wir fuhren hoch bis Loreto, einem in Italien stark besuchten Pilgerort. Dort soll es einen Beichtvater gegeben haben, der bei w├Ąhrend seiner Meditationen vom Boden abhob und „flog“. Dieser Mann wurde vom Papst nach Osimo verbannt, aber sp├Ąter heilig gesprochen. Nun ist er der Schutzpatron der Piloten/Flieger. In Italien wimmelt es nur so von Heiligen. Am n├Ąchsten Morgen ging es wieder zur ber├╝chtigten Bundesstra├če SS16, die uns entlang der Adriak├╝ste begleitete. Diese Schnellstra├če war voller Bodenwellen und Schlagl├Âcher. W├Ąhrend der mehrere hundert Kilometer langen Fahrt, mussten wir permanent auf die desolate Fahrbahn achten. Nie hatten wir um uns Angst, aber immer um unsere Vespas. Wegen der kleinen Raddurchmesser, sp├╝rten wir jedes Loch im Po, im R├╝cken und zwischen den Z├Ąhnen.

In Bari legten wir eine Pause ein und bestellten einen gro├čen, mit frischen Fr├╝chten und Sahne dekorierten Eisbecher. Die Stadt konnten wir leider nicht besichtigen. eventuell holen wir es in den kommenden Jahren nach.

Viele sehenswerte Orte flogen an uns vorbei. In Ancona und Pescara konnten wir nicht halten, obwohl die Landschaft und auch die kleinen Badeorte und Str├Ąnde so sch├Ân waren, dass uns das Weiterfahren schwer viel. Erst in Termoli pausierten wir und genossen das erste Mittagsmen├╝ mit frischen Meeresfr├╝chten. Beim Start zur Fortsetzung der Reise, sprang dann aber meine Vespa nicht wieder an. Auch vier weitere Startversuche brachten den Motor nicht in Gang. Ein kurzes Telefonat mit Radsport Hoffmann (mein Vespaschrauber des Vertrauens in Berlin-Neuk├Âlln), beruhigte mich und der n├Ąchste Versuch startete dann meine Maschine. Unser heutiges Reiseziel war die Halbinsel „Gargano“, von der wir schon viele positive Berichte geh├Ârt und gelesen hatten. Wir kamen bis zum kleinen, sch├Ân gelegenen Badeort Peschici. Mit einem fast leeren Tank, kamen wir gerade noch bis zum Zeltplatz und ├╝bernachteten erstmals in unserem kleinen EXPED Venus II, welches w├Ąhrend der Fahrt unter dem Sitz lagerte. Gut, dass wir noch in der Vorsaison dort waren. Der Ort war so, wie wir es uns in unseren W├╝nschen vorgestellt hatten, nicht ├╝berf├╝llt, ├╝berschaubar, regionale K├╝che und traditionelle Fischfangmethoden.

Im bergigen Hinterland gab es auch diverse sehenswerte Ziele, u. a. den Ort San Giovanni Rotondo, mit der zweitgr├Â├čten Kirchenkuppel Europas, von Renzo Piano erbaut. Auch gibt es dort, nur aus Spenden finanziert, eines der besten Krankenh├Ąuser Italiens. Ein Kurztrip brachte uns noch zum Hauptferienort Vieste, der uns aber gar nicht zusagte. Anschlie├čend ├╝berquerten wir die Halbinsel, auf einsamen, l├Âchrigen und wenig befahrenen Stra├čen, durch das Gebirge. In Manfredonia empfing uns die K├╝ste , sodass es weiterging bis Bari und dann nach Monopoli, die schon aus der Ferne wei├č leuchtende Stadt.

Monopoli

Es h├Ątte sich gelohnt, l├Ąnger an diesem wunderbaren Ort zu bleiben. Monopoli (├╝bersetzt: „einzige Stadt“) w├Ąre wohl mindestens eine Woche Aufenthalt wert. Hier h├Ątten wir geschmackvolle Souveniers kaufen k├Ânnen. Die einladenden Bars und Restaurant boten frische Meeresfr├╝chte an. Insgesamt wirkte die Stadt lebendig, jung und geschmackvoll. Wir werden gewiss einmal wiederkommen.

In der N├Ąhe, ca. 25 km entfernt, besuchten wir die n├Ąchste wei├če Stadt „Ostuni“. Schon von weitem sah man die hellen H├Ąuser, hoch oben auf einem Berg. In einem grotte├Ąhnlichen Restaurant, a├čen wir zu Mittag und bestellten Muscheln (ital. Cozze) mit Spaghetti. Den Wein konnten wir, wegen des Vespafahrens leider nicht genie├čen. Dieser sehenswerte Ort, zieht im Sommer viele junge Menschen und auch wohlhabenere Ferieng├Ąste an. An den auff├Ąllig vielen Vespas und Nobelkarossen, konnte man erkennen, dass hier ein anderes Publikum verkehrt. ├ťber Alberobello, der Trullihochburg, fuhren wir zu unserem B & B Quartier bis Altamura. Der Besuch dieser Stadt, war eigentlich nicht geplant, sollte sich aber als gl├╝cklicher Zufall erweisen.

Diese Stadt, mit ihren verwinkelten Gassen und ansehnlichen Pl├Ątzen, nahm uns ├Ąu├čerst freundlich an. Eine Gruppe Pfadfinderinnen f├╝hrte uns durch die verwirrenden Einbahnstra├čen zum Haus unserer W├╝nsche. Insgesamt waren alle Menschen, denen wir in diesen Wochen begegneten, freundlich und hilfsbereit. Bei der Ankunft wies man uns darauf hin, dass wohl s├Ąmtliche Restaurants nur noch reservierte Pl├Ątze h├Ątten und wir uns anderweitig versorgen m├╝ssten. Dem war aber nicht so. Am Abend lief das Fussballspiel Manchester City gegen Mailand und nach dem Spiel, welches Manchester gewann, wollten die Stadtbewohnen eigentlich den Sieg „Ihrer“ Mannschaft feiern. Wir wurden w├Ąhrend des Spiels dennoch bewirtet und bekamen eines der vorbestellten 5-G├Ąnge-Men├╝s, incl. Hauswein! Es war ein unerwartetes Festessen.

Am anderen Morgen fuhren wir zu den Trullis nach Alberobello, wo uns ein Touristentrubel empfing. Die Vespas konnten wir im Schatten abstellen und zu Fu├č die beeindruckenden Trullih├Ąuser besichtigen. Mittags a├čen wir den besten Salat der Italienreise, gemischter Salat mit Schafsk├Ąse, Oliven und Schinkenstreifen aus regionaler Herstellung.

Tags drauf, fuhren wir nach Matera. Kein Ort der Tour beeindruckte uns so sehr, wie diese Stadt mit ihren H├Âhlen und Schluchten. Die Ansicht war einfach atemberaubend.┬á Au├čerhalb der Innenstadt, stellten wir die Vespas ab und gingen zu Fu├č. Trotz der schon im Juni vielen Touristen aus aller Welt, beeindruckte uns dieser historischen Ort. Oberhalb der Schlucht, blickten wir in das tief eigeschnittene Tal, durch welches sich ein schmaler Fluss schl├Ąngelte. In der Ortsmitte tummelten sich ganze Herrscharen internationaler Touristen. Allein wegen Matera, hatte sich die lange und anstregende Anfahrt gelohnt. Matera muss man gesehen haben.

Von unserem, ├╝ber booking.com gebuchten Quartier in der Altstadt Altamuras, fuhren wir schweren Herzens weiter. Die Reise ging weiter, ind Richtung S├╝den. Von Taranto aus fuhren wir mit den Vespas entlang des Golfo di Taranto bis Mietaponto und bogen dort ins Inland ab. Nun lernten wir die d├╝nnbesiedelten, sch├Ânen, bewaldeten Landstriche der Basilikata kennen. Dort ist Italien urspr├╝nglicher und noch freundlicher. Bei jedem Tankstop, jeder Tasse Espresso, wurden wir angesprochen. Mit H├Ąnden und F├╝├čen, nicht auf Deutsch und nicht in Englisch, konnten wir uns dennoch verst├Ąndigen. Am Abend landeten wir in Brienza, einem Ort s├╝dwestlich von Potenza. Nie hatten wir vorher von Brienza geh├Ârt. Wir buchten im Hotel „Imperial“ ein Zimmer und wollten gegen 18.30 h zum Essen gehen. Das klappte aber nicht, da das Restaurant erst um 20.00 h ├Âffnen w├╝rde. Das Warten lohnte sich. Dort bekamen wir, zu extrem moderaten Preisen, mit das leckerste Essen der ganzen Reise. Die Hotelinhaberin lie├č es sich nie nehmen, gerade uns pers├Ânlich, auf Basis der „alten Schule der Gastronomie“, bedienen zu k├Ânnen. Diese Hotel behalten wir im Ged├Ąchtnis.

Nach zwei ruhigen N├Ąchten ging es ├╝ber das Gebirge und viele Serpentinen, zur Riviera im S├╝dwesten Italiens. Der Ausblick von den Bergen war einmalig. Die Fahrt h├Ątte immer so weitergehen k├Ânnen.

In Paestum fanden wir eines der besten B & B Zimmer unserer Reise. Unsere Zimmerwirtin bedauerte ihre mangelnden Sprachkenntnisse. Sie h├Ątte so gern mit uns geplaudert und auch mehr ├╝ber Deutschland und Berlin erfahren.

Die gut erhaltenen griechischen Tempelruinen in Paestum besichtigten wir und nutzten den Aufenthalt zu Ausfl├╝gen an den Strand (stark ├╝berteuerte Lidos, mit einem schiefen Preis-/Leistungsverh├Ąltnis). Dann ging es┬á nach Salerno und zur Amalfik├╝ste. In Salerno f├╝hlten wir uns sofort wohl. Die Caf├ęs luden uns zum Verweilen ein. Das Publikum war auff├Ąllig anders, als in den D├Ârfern und Kleinst├Ądten. Wir bewunderten die gut und geschmackvoll angezogenen Menschen.

Am n├Ąchsten Morgen freuten wir uns schon auf die Vespatour zur Amalfik├╝ste. Gleich nach dem ersten duftenden Espresso, ging es los. Beim Aufenthalt in Salerno, mussten wir gleich wieder unseren Fahrstil anpassen. Dort rasten die Scooter und PKW, fast so, wie f├╝r Neapel vorausgesagt. Die z├╝gige Fahrt durch Kurven und entlang der K├╝ste belohnte uns. Es war einfach unglaublich, was wir dort f├╝hlten, sahen und h├Ârten. Die kleinen, ├╝berf├╝llten Orte zeigten sich so sch├Ân, dass wir gern ├Âfters angehalten h├Ątten. In Amalfi pausieren wir und fanden am Ortsende einen passenden, schattigen Parkplatz. In der sehenswerten Altstadt, bestellten wir sogleich ein erfrischendes Zitronensorbet. Mittags gab es ein Men├╝ mit Meeresfr├╝chten. Zum Abschluss genossen wir den aromatischen Espresso.

Gern h├Ątten wir die ganze Halbinsel um Positano besser kennengelernt. Diese Umgebung werden wir nochmals im Fr├╝hjahr oder Herbst besuchen, wenn es etwas ruhiger und weniger besucht wird.

Unser n├Ąchstes Ziel wurde Napoli. Sollen wir mit unseren Vespas in diese quirlige Stadt fahren? ├ťber booking.com fanden wir, mitten in der Altstadt, ein bezahlbares Quartier. Also los, rein ins Get├╝mmel und mit unseren bisher positiven Urlaubserfahrungen ging es in diese viel besungene Stadt. Um mit unserem nordeurop├Ąischen Fahrstil zu ├╝berleben, bleibt nur eines: sich der Fahrweise der Neapolitaner anpassen! Genau das hatten wir praktiziert und kamen gut und flie├čend in die Stadt. In der Nacht h├Ârten wir den fortw├Ąhrenden Scooterverkehr durch die engen Gassen der bergigen Altstadt. Tags├╝ber wanderten wir von einer Stra├če zur n├Ąchsten und f├╝hlten uns ├╝berall pudelwohl. In den engen Gassen gab es das Essen, welches wir wollten. In Richtung Hafen stiegen die Preise astronomisch. Das Angebot wurde aber nicht besser. Gern h├Ątten wir Neapel noch intensiver kennengelernt. Nach 2 Tagen k├Ąmpften wir durch den morgentlichen Berufsverkehr in Richtung Norden.

Unser Tagesziel war der Lago Trasimeno, n├Ârdlich von Orvieto. Wegen der kleine, sch├Ânen Strassen durch die Gebirge, erreichten wir den See nicht vor Einbruch der Dunkelheit. In Todi, einem Ort s├╝dlich unseres Ziels, mussten wir in einem 60er-Jahre Bau, nochmals ├╝bernachten. Abends stellte sich heraus, dass wir in einem „Fernfahrerhotel n├Ąchtigen. Das Restaurant war voll und wurde von ca. 150 M├Ąnnern und 3 Frauen besucht. Dort gab es die gr├Â├čte Steakvielfalt, die ich je sehen konnte. Wahrscheinlich gab es diese Fleischauswahl wegen der vielen „Fleischesser“ unter den Fernfahrern. Die im gro├čen Reifeschrank h├Ąngenden Rinderh├Ąlften und Fleischbrocken, h├Ątten eine ganze Armee satt gemacht.

Noch vor dem Lago Trasimeno, bei Chiusi, kauften wir frisches Obst und Gem├╝se. Unser Exped Venus II, bauten wir auf dem CP in Castiglione del Lago auf. Anschlie├čend sprangen wir in den gro├čen Pool und k├╝hlten uns ab. Bei 36 Grad im Schatten, bleibt einem nichts anderes ├╝brig. Gerade dieser CP gefiel uns. Die Inhaber, das Personal und sogar die G├Ąste l├Ąchelten, waren freundlich und brachten mir, als ich auf unserer Reisedecke ein Buch las, ein Kopfkissen vorbei. Hatte ich so mitleidig ausgesehen?

Die auch auf einem H├╝gel liegende Altstadt, erreichten wir per Pedes. Die kleinen Gassen und H├Ąuser sprachen uns an und luden uns zum italienischen Fr├╝hst├╝ck (Espresso + Croissant) ein. Die zwei Tage am See, taten uns gut. Der Aufenthalt war aber, wie ├╝berall in diesem Urlaub, zu kurz.

Westlich von Arezzo und ├Âstlich von Florenz, verlief die Fahrt nach Norden, bis Pianoro, kurz vor Bologna. Ein starkes Gewitter zwang uns zum Halt und zur ├ťbernachtung. Die gerade genannten sehenswerten St├Ądte hatten wir in vorherigen Jahren bereits besucht und fuhren anderntags ├╝ber Ferrara, Vicenza, bis Montebelluno, wo wir ein k├Âstliches Mittagsmenue zu uns nahmen. Unser Ziel Belluno, erreichten wir am sp├Ąten Nachmittag. Wieder fanden wir interessante Menschen, sogar mit Deutschkenntnissen, die uns auf der Terasse bewirteten und am├╝sant unterhielten. Ja, diese Menschen waren selbst in der Welt unterwegs und hatten etwas mitzuteilen.

Blick von der Terasse bei Belluno

Unsere Gastgeber gaben uns noch den Tip, zum naheliegenden, smaragdgr├╝n schimmernden Bergsee und dann weiter bis zum Passo Falzarego zu fahren. Es wurde eine spannende und ruhige Fahrt, da uns wesentlich weniger Fahrzeuge und laut kreischende Motorr├Ąder begleiteten. Oben war richtig was los. Sch├Ân, dass wir auch auf eine gro├če Gruppe historischer Vespa-Blechroller trafen, die uns begr├╝├čten und eine gute Fahrt w├╝nschten.

Letztendlich kamen wir an Cortina d`Ampezzo vorbei und rasteten noch am Toblacher See. Nachmittags ging es dann ├╝ber die Grenze nach ├ľsterreich.

Passo Falzarego

├ťber Lienz (├ľsterreich) fuhren wir zum Tauerntunnel, um dann ├╝ber Mittersill in Richtung Kitzb├╝hl abzubiegen. Entlang der Felbertauernstra├če besuchten wir einen W├╝rstelstand und bestellten eine Bratwurst. Wirklich, das war nicht mehr Italien und schmeckte einfach nicht. Der dazubestellte Almdudler l├Âschte aber meinen Durst. Gern h├Ątten wir in der N├Ąhe von Kitzb├╝hl ├╝bernachtet. Die Preise waren aber so hoch, dass wir bis Waidring/Tirol weiterfuhren. In diesen kleinen Ort war ich erstmals im Jahr 1966, mit 14 Jahren, w├Ąhrend der Fussball-WM in England. Den Gasthof Strub gab es noch. Das Erscheinungsbild des Dorfes und des Hofes wurde inzwischen aber so modernisiert, dass der Charm des Tiroler Dorfes der 60er Jahre vollkommen verschwunden ist.

S├╝d-Tirol (Juli 2021)

Erstmals ging es mit dem PKW und H├Ąnger, ├╝ber Bayern, Wolfratshausen (empfehlenswerter Landgasthof Auj├Ąger in der Pupplinger Au) und Murnau (sehr sch├Âner CP am Staffelsee), zum Ziel St. Peter im Tal, bei St. Ulrich. In der Hotelgarage, konnten wir die Vespas unterbringen.

Am 2. Tag, f├╝hrte uns die erste Tour zum Sellapass (2.240 m) und auf die Sellarunde, Passo Pordoi (2.239 m), Passo di Campolongo (1.875 m), sowie ├╝ber das Gr├Âdner Joch (2.121 m). Dieser Tag verlief viel ruhiger, als angenommen, da gar nicht so viele Motorr├Ąder und PKW unterwegs waren. Die wahren „Helden“, waren aber die tollk├╝hnen Bus- und die sportlichen Radfahrer. Durchtrainierte, schlanke Rennradfahrer, qu├Ąlten sich mit reiner Muskelkraft und starkem Willen, ├╝ber 20 km den Berg hoch und anschlie├čend auch noch um die Sellagruppe herum.

Der Ausblick auf die Dolomiten war atemberaubend sch├Ân. Die reine Fahrt war nicht allein das Vergn├╝gen, sondern auch die Einkehr in die gastfreundlichen Restaurants am Wegesrand. Manchmal reichte im Innehalten auch ein aromatischer Espresso. Besonders auf der Fahrt nach Cortina d┬┤Ampezzo, mussten wir halten und die Landschaft in uns aufsaugen.

Zur anderen Seite, viel tiefer gelegen, ging es nach Kastelruth/Castelrotto. Ja, dahin, wo die „Kastelruther Spatzen“ herkommen. Gerade dieser, sehr sch├Ân gelegene Ort, mit einer sehenswerten Altstadt, gewann unsere Aufmerksamkeit. Er ist relativ ├╝berschaubar, sch├Ân ruhig und liegt nicht an einer total belasteten „Touristenstra├če“, wie St. Ulrich.

Die vielf├Ąltigen Tourenm├Âglichkeiten in S├╝d-Tirol waren faszinierend und wurden von uns genutzt. Die sch├Ânsten und eindrucksvollsten Touren sind aber die, die „planlos“ liefen, wie diese, ├╝ber 140 km: Start in St. Peter im Tal (995 m), bergauf nach Lajen/Laion und dann wieder runter bis Klausen, Brixen, in Richtung L├╝sen/Plose, rechts auf eine atemberaubend sch├Âne, kleine Stra├če ├╝ber Albeins, St. Georg, Kopfel Joch (1.863 m), W├╝rzjochhaus, W├╝rzjoch (2.003 m), Bad Valander, St. Martin, Stern La Villa, Corvana, Gr├Âdner Joch, Wolkenstein, St. Ulrich. Auf den letzten Kilometern, genau vor dem Joch, fing es an zu regnen. Nach kurzer Pause unter einer Br├╝cke, ging es im Nebel und auf nasser Stra├če, hoch zum Joch und runter ins Tal.

Diese Fahrt bleibt gewiss in unserer Erinnerung. Es gab, entlang der Plose, sehr wenig Verkehr und eine gastliche Einkehrm├Âglichkeit im W├╝rzjochhaus. Der Blick auf den Peitlerkofel (2.875 m) und sp├Ąter auf die Zehner Spitze (3.026 m), haben uns immer wieder beeindruckt.

Schade, dass wir die andere Seite des Eisacktals nicht befahren konnten. Diese Routen sparen wir uns f├╝r kommende Jahre auf.

Italien-Kalabrien-Tropea (September 2016)

Unsere Touren beschr├Ąnkten uns in diesem Urlaub┬áauf Kalabrien, genau, auf die Gegend um Tropea, die „Sch├Âne“. Unsere Anreise erfolgte┬ámit dem Flugzeug, sodass wir vor Ort, mangels Angebot an Vespas,┬áeine Piaggio Liberty 125 ccm mieteten.dscf1386 Unser Interesse f├╝r die Reise,┬áwurde durch ein kleines, lesenswertes B├╝chlein geweckt: „Ragazza motorizzata“, vom traveldiary.de Reiseliteratur-Verlag. Dort berichtet eine junge Frau aus Deutschland (Mecklenburg-Vorpommern), von ihrer 14 -w├Âchigen Reise um Italien. Sie legte die gesamte Strecke auf einer 50er Piaggio ZIPP zur├╝ck! Pro Tag zahlten wir f├╝r unsere gemietete Liberty 35 ÔéČ und fuhren, bei 32 Grad im Schatten, die K├╝ste nach Norden in Richtung Pizzo und nach S├╝den, bis S. Domenica┬áCapo Vaticano, Ricardi und in die Berge (bis 700 m) ├╝ber Zungri (im bergigen Hinterland ├╝ber 600 m), durch Olivenhaine und an b├Ąuerlichen Kleinbetrieben vorbei.

Im kleinen Ort Joppolo, fanden wir ein kleines, ├Ąu├čerst interessantes Restaurant mit regionalen Spezialit├Ąten (auch Steinpilze, Lakritzlik├Âr). 20160913_162452 Der einmalige Strand „Mare Piccolo“ liegt 50 m senkrecht┬á unterhalb der hoch aufragenden Stadt. Diese wurde 1783 von einem Erdbeben zerst├Ârt und nach Pl├Ąnen des Architekten Ermenegildo Sintes, (Neapel), wieder aufgebaut. In einem dieser „neuen“ Palazzi“, haben wir 2 Wochen gewohnt. Von der Dachterrasse sieht man den aktiven Vulkan Stromboli und auch die weiteren Liparischen Inseln. Abends flanieren die Touristen und Einwohner auf dem geraden, bunt beleuchteten CorsoVittorio Emanuele II, hoch und runter. Dort zeigen die Damen die aktuelle Mode, Familien pr├Ąsentieren die Familie mit Kindern Oma und Opa und verliebte Paare bleiben in den gerade angesagten Cocktailbars bis tief in die Nacht. In Pizzo, ca. 30 km, ┬án├Ârdlich von Tropea, wurde das Eis „Tartuffo“, Vanille oder Schokoladeneis mit einer F├╝llung aus fl├╝ssiger Schokolade mit einem Mantel aus Pistazien erfunden. Das ist ein s├╝├čer Genuss und schon allein eine Reise in das noch unentdeckte Kalabrien wert! Tipps zur Unterbringung, Restaurants, Sprachkurse finden Sie bei: www.calabria-magica.com

Deutschland – ├ľsterreich – Italien (Mai/Juni 2015) Streckenverlauf, ca. 2.850 km: Berlin-Potsdam-Leipzig-Hof-Pegnitz -M├╝nchen-Brenner-Feldturns-St.Ulrich/Sella-Pass-Bozen-Gardasee/Malcesine-Monte Baldo-Lago di Tenno/Riva-Brixen-Toblach-Zell am See (Vespa Alp Days 2015)-Gro├č Glockner Stra├če-Lofer-K├Âssen-Rosenheim-Miesbach-Schliersee-Tegernsee-Bad T├Âlz-WolfratshKati 20150530_192648ausen/Pupplingen-Augsburg-Eichst├Ątt-Franken/Schwarzenbach am Wald-Berlin. Im Mai 2015 starteten wir mit unseren Vespas ab Berlin und planten t├Ąglich ca. 250 km zu fahren. Mit Gep├Ąck, aber nicht schwer beladen, fanden wir ein „Wetterloch“. Um das eigentlichen Fahrziel „Alpen“ schnell zu erreichen, fuhren wir die ersten 800 km ├╝ber die Autobahn. Der Fahrspa├č hielt sich dabei in Grenzen, da es nicht so prickelnd ist, die grunds├Ątzlich viel zu schnell fahrenden LKW im R├╝cken oder neben sich zu haben. Unsere Vespas fahren zwar ├╝ber 100 km/Std. k├Ânnen so aber nicht im Dauerbetrieb genutzt werden. Das┬áFahren an der Leistungsgrenze, halten diese Motoren nicht aus. Alle 220 km muss getankt werden, sodass diese Zwangspausen auch etwas Gutes haben. Unsere erste ├ťbernachtung hatten wir nach ca. 390 km in Franken bei Pegnitz┬áund schliefen preisg├╝nstig, aber im Einrichtungsscharm der 70er Jahre. Nach dem Fr├╝hst├╝ck packten wir unsere Sachen (zwei wasserdichte Rollenpacks├Ącke, ein Rucksack f├╝r vorn, zwischen den Beinen und das Zelt unter dem Sitz) und fuhren in Richtung M├╝nchen. Schnell ging es zum Brenner hinauf, entlang der Staus und bei gutem Wetter.

Da wir in Italien mit der 125er Vespa nicht die Autobahn nutzen d├╝rfen, fing die eigentliche Tour erst hier und auf der alten Brennerstra├če an. Der erste Espresso brachte uns das Urlaubsgef├╝hl, was wir suchen. Mit bed├Ąchtigen 60-80 km/Std. fuhren wir in Richtung Brixen und ├╝bernachteten im 4-Sterne-Hotel bei Taubers Unterwirt. Nach einem Tag Pause, starteten wir zu Zweit auf einer Vespa und auch mit beiden, zur Tour in den Monte Baldo und zum Lago di Tenno. Als Vespa Fahrer fallen wir ├╝berall auf und werden bestaunt und gefragt, ob wir auch wirklich per Vespa von Berlin aus gereist sind. Nat├╝rlich, deshalb sind wir ja auf Reisen und genie├čen das fantastische Fahrgef├╝hl. Nach einer Woche Gardasee, mit Standplatz in Malcesine, geht es zu den „Alp Days“ nach Zell am See/├ľsterreich.┬áKatrin fand im Internet zuf├Ąllig heraus, das sich dort die Vespa-Freunde Europas treffen. Also schn├╝rten wir unsere Sachen und brausten 400 km nach Nord/Osten. Schon beim Zeltaufbau, auf einem kleinen CP, sahen wir die ersten Vespa Fahrer aus Belgien, die┬á mit einem kleinen Anh├Ąnger ankamen. Ein Tag beim Fest, mit Besichtigung der unendlich vielen Vespas, reichte uns. Die weiteren Tage planten wir individuell und fuhren u. a. auf die Gro├č-Glockner-Stra├če, auf 2.471 m H├Âhe.20150603_173209 (2) Nach den sch├Ânen Tage in Austria, ging es ├╝ber K├Âsen, Rosenheim, Miesbach zum Schliersee (├ťbernachtung auf dem CP, Tegernsee, zur sch├Ânen und wilden Isar, bei Pupplingen (bei Wolfratshausen). Der dortige Biergarten lud uns auch gleich zur ├ťbernachtung ein. ├ťber Augsburg und das Altm├╝hltal, fuhren wir dann zur├╝ck nach Berlin.